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Von Wüsten, Meeren und Vulkanen
Ein Vorwort von
Ernst-Waldemar Bauer
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| Prof. Dr. Ernst Waldemar Bauer ist Produzent und Moderator der Sendereihe »Wunder der Erde«. »Wunder der Erde« wird vom Hessischen Rundfunk im Abendprogramm der ARD ausgestrahlt.
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Baden-Württemberg ist ein
erdgeschichtliches »Musterländle«
1 Milliarde Jahre auf einen Blick sind hier nichts. Zum Beispiel vom Gneismassiv des Feldbergs aus, dem unübertrefflichen Aussichtsbalkon des Südschwarzwaldes: Beim Blick nach Westen,
den Oberrheingraben vor Augen mit den Vogesen
am Horizont, den vulkanischen Kaiserstuhl ahnend, bekommt man eine Vorstellung von den Natur-
gewalten, die hier wirkten und der die Landschaft
Südwestdeutschlands ihre Vielgestaltigkeit, ihr ganz besonderes Profil verdankt.
Abenteuer Erdgeschichte - zum Anschauen und Anfassen
Die Kräfte der Abtragung, die das Deckgebirge über dem Südschwarzwald völlig abgetragen haben und im Nordschwarzwald nur den Buntsandstein als unterste Stufe der Trias zurückließen, entwickelten ihre volle Wirkung, nachdem der Oberrheingraben eingesunken und die Randgebirge mit einer Sprunghöhe bis zu 4.500 m herausgehoben
worden waren. Jetzt begannen der Rhein und seine Nebenflüsse Südwestdeutschland zu zerschneiden und abzutragen. Vom Main her beteiligte sich die Tauber an dieser Arbeit.
Der Neckar setzte sich gegen die alte Donau durch, die heute nur noch einen Zwickel ihres alten Einzugsgebiets entwässert. Ihr felsengekrönter »Canyon« zeugt von ihrer einstigen Kraft und Größe. Zug um Zug legt der Neckar nun das berühmte Südwestdeutsche Stufenland frei, jenen Fächer, dessen Strahlen am Hochrhein zusammenlaufen: Erdgeschichte tatsächlich zum Anschauen und Anfassen.
Die widerstandsfähigsten Schichten sind als Stufenränder herauspräpariert. Den eindrucksvollsten Trauf bietet zweifellos die Schwäbische Alb, als Krönung der bunten Schichtfolge des Erdmittelalters, das bei uns mit dem Weißen Jura abschließt. Aber auch der Keuperstufenrand, der Schönbuch und Schurwald begrenzt und der reichgegliedert die Löwensteiner Berge ausmacht.
Südwestdeutschland - Ergebnis gewaltiger Naturkräfte
Der rote Sandstein des Nordschwarzwalds, des Odenwalds und die roten Mergel des Keupers erinnern an wüstenhafte Zeiten. Die grauen Klippen des Muschelkalks und deutlicher noch die Reihen der weißen Felsenriffe des Albtraufs stammen aus Zeiten, zu denen ein warmes Meer große Teile Südwestdeutschlands bedeckte.
Mehr als 350 Vulkanschlote garnieren die Schichttorte der Mittleren Alb. Als einsame Vulkanberge grüßen der Katzenbuckel vom Odenwald und der Steinsberg aus dem Kraichgau. Vom Wartenberg an der Donau bis zum Hohentwiel im Hegau erinnern imposante Vulkanruinen an feurige Zeiten im Tertiär.
Ein Jüngling dagegen ist der Bodensee - das Schwäbische Meer - den der Rheingletscher ausschürfte,
bevor er sich vor 10.000 Jahren, am Ende der letzten Eiszeit, in die Schweiz zurückzog.
Selbst der tiefere Untergrund bleibt nicht verschlossen. Im Muschelkalk, aber noch augenfälliger im Weißen Jura, führen Spalten und Klüfte tief hinab, öffnen sich Höhlen, geheimnisvoll und abenteuerlich. Quellen, groß und herrlich wie der Blautopf, entspringen hier. Rauschende Wasserfälle stürzen über bizarre Kalktuffwände zu Tal. Fossilien gibt es hier zu bewundern und auf der Ostalb sogar Meteorkrater (Ries und Steinheimer Becken).
Welches Bundesland hat (geologisch) so viel zu bieten!?
Ihr
Ernst Waldemar Bauer
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